4. Die Siebziger Jahre (von Norbert Lukas)

Unter der Führung von Burkhart Uebing (1970-72) und Frank Vogelsang (1972-75) konnte der sportliche Aufwärtstrend fortgesetzt werden. Organisatorische Probleme führten aber leider nach der Rekordveranstaltung 1971 zum Ende der traditionellen Bueraner Einladungsturniere. Noch heute schwärmen einige Spieler übrigens von ihrer damaligen Teilnahme!

Großen Anteil an dem Aufschwung Buers hatte Karl Sowa. 1971 konnte sich Hartmut Niedner bei der Verbandsjugendeinzelmeisterschaft Platz 2 hinter Buchenthal erspielen. Bei der anschließenden NRW-Meisterschaft in Menden erreichte er mit 6,5 aus 13 den 6. Rang. Ein Jahr später wurde Manfred Lipteinik Dritter im Verband und 15. bei NRW. Bei der 1. NRW-Schülermeisterschaft 1972 wurde Stefan Klein Vierter! 1973 qualifizierte sich Bruno Böhmfeldt für die Deutsche Jugendeinzelmeisterschaft. Mit NRW holte er auch hinter Bayern die Vize-Meisterschaft bei der DJMM. Im selben Jahr wurde auch der Bezirks-Jugendpokal zur Bueraner Sache: Klaus-Wilhelm West schlug im Finale Wenzel Hamouz.

Besonders stolz darf jeder Bueraner auf das nahezu unglaubliche Jahr 1974 sein: Insgesamt wurden zwölf Titel errungen: Verbands-MM, Stadt-MM, GE-Meister der Emscherliga, Bezirksliga, Bezirks-Dähnepokal (Böhmfeldt), Bezirks-Jugendpokal (West), Bezirks-Jugend-MM, Verbands-Jugend-MM, NRW-Jugend-Blitz-MM, NRW-Jugend-MM, 1. bis 3. Bezirks-Jugend-EM (Köpsell, Hamouz, West), Verbands-Jugend-EM (Köpsell, geteilt mit Hackmann, Wentzell).
Herausragend war also die Jugend: So trug man sich als erster Verein in die Siegerliste des neugeschaffenen Mannschaftsblitzen ein! Aber auch im „Normalschach“ konnte die Jugend-Mannschaft den NRW-Titel erringen. Bei der anschließenden Deutschen Mannschaftsmeisterschaft der Länder wurde man hervorragender Achter! Bruno Böhmfeldt war so stark, daß ihn Nordrhein-Wesfalen sogar für NRW I nominierte.

Die buersche Jugend war aber auch außerhalb des Schachbretts aktiv. Bruno Böhmfeldt, Rudi Köpsell, Peter Schelwokat, Peter Trzaska und Klaus-Wilhelm West nahmen am Bundesjugendtreffen in Warendorf teil.

Auch die Senioren trumpften stark auf:
Der Aufschwung der Bueraner Senioren-Teams ging bereits in den Sechziger Jahren los. 1962 stieg man mit 6:0 Punkten und erfolgreichen Stichkämpfen in die Verbandsliga auf. Drei Jahre später mußte man zwar wieder absteigen, doch 1966 gelang der direkte Wiederaufstieg. 1967 folgte die Zweite in den Verband, welche 1969/79 sogar in der Verbandsliga spielte. 1969 schaffte gar die Dritte den Aufstieg in den Verband, auch wenn man zwei Jahre später wieder abstieg.
1972/73 wurde die Regionalliga im Verband eingeführt und Buer konnte sich als Zweiter der Verbandsliga Gruppe Ost mit 6:1 Punkten sofort dafür qualifizieren. 1973/74 wurde bezirksübergreifend die Emscherliga eingeführt und Buer III kehrte als bestes Gelsenkirchener Team in die Verbandsklasse zurück.

1974 gelang der Aufstieg nach NRW!

1975 konnte man als Aufsteiger sogar die Vize-Meisterschaft erringen! Ärgerlich war aber, das sogar noch mehr drin war, denn man mußte sich SV Osnabrück erst im Stichkampf geschlagen geben.
In den folgenden Jahren ging die Dominanz im Jugendbereich verloren, doch bei den Senioren hielt Buer 21 lange in der Oberliga NRW gut mit. Ab dem 13.07.1976 spielte man in der Gaststätte „Zum alten Fritz“ an der Westerholter Straße, wo es 1977 brannte. Bei der Verbandsmeisterschaft 1979 wurde Udo Hobuß 2. und Rudolf Köpsell 3.!

Das Jahrzehnt war geprägt von einer guten Verbindung zum SV Bottrop 21, der eine ähnliche Entwicklung wie Buer machte. Über viele Jahre wurde jährlich ein Vergleichskampf durchgeführt, immer in netter und freundlicher Atmosphäre. In den Achtzigern schlief diese Veranstaltung aber ein. Selbiges war schon den früheren Vergleichskämpfen Gelsenkirchener Norden gegen Süden passiert.
Das Lebende Schach konnte im Rahmen des Sommerfestes Schloß Berge bis 1984 alljährlich durchgeführt werden. Danach waren die Bedingungen zu schlecht. Schade, denn sicherlich wäre diese Veranstaltung auch heute heute noch eine große Attraktion!
Krönung der positiven Entwicklung sollte 1981/82 der Aufstieg in die 2. Bundesliga sein. Peter Trzaska verteidigte 1982 seinen Bezirkseinzeltitel und Udo Hobuß wurde guter 4. mit 6,5 aus 11 bei der NRW-Meisterschaft!

(in Festzeitschrift "80 Jahre Schach in Buer")